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Wie bewertet die Jury eines Wettbewerbs Musik? Wie vergleicht sie tiefsinnigen Roots Reggae mit partytauglichem Ragga Dancehall? Musik drückt die unterschiedlichsten Empfindungen aus – und entzieht sich damit sachlicher Einschätzung. Trotzdem ist ein Reggae Wettbewerb sinnvoll, denn er bietet unbekannten Bands in eleganter Weise eine Plattform. Klassierungen sind dabei als Mittel zum Zweck unumgänglich.
Wer sich stark mit Musik befasst, kann mehr darüber aussagen, lautet eine mögliche Rechtfertigung einer Jurybesetzung. Die Mitglieder der Jury des European Reggae Contest kennen sich alle mit Reggae aus. Als Vertreter des Schweizer Reeds Festivals sass ich dieses Jahr selber in der Jury, weshalb ich direkt vom Entscheid berichten kann.
Wie bereits im vermeintlich objektiven Artikel beschrieben, gaben Junior Tshaka und seine Band ein wunderbares Konzert. Sie sind mit ihrer grossen Konzerterfahrung und drei veröffentlichten Alben denn auch keine wirkliche Nachwuchsband mehr. Mit ihrem Talent überzeugten sie die gesamte Jury: Beinahe einstimmig erhielten sie die besten Bewertungen. Ebenso wurden die anderen Bands durchwegs ähnlich beurteilt. Das deutete entweder auf einen ähnlichen Geschmack der Jurymitglieder oder doch auf eine einverleibte Qualität der Musik – vielleicht auf beides.
In den letzten Jahren ertönten von verschiedenen Seiten Vorwürfe, der Wettbewerb sei abgekartet. Die diesjährige Finalrunde jedenfalls lief fair ab. Ihre höchste Bewertungen gaben die Juroren nicht zwingend den Landsleuten, sondern ihrer Lieblingsgruppe.
Dass nun zweimal in Folge Schweizer Musiker gewonnen haben, passt in kein internationales Marketingkonzept. Dafür hat die Band gesiegt, die nach durchaus menschlicher Einschätzung den schönsten Auftritt hatte. Junior Tshakas Sieg ist deswegen besonders erfreulich und bewundernswert.
Herzliche Gratulation!
Kommentar: Michael Huber
Bild: Audrey Gerber |
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| Posted
06 July 09 by: Wha gwaan |
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